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Der kaukasische Kreidekreis

Theaterstück von Bertolt Brecht

Musik von Paul Dessau

                                                                Zusammenfassung

Auf den Sturz des Naziregimes wartend, schreibt Brecht 1943 in seinem „Kreidekreis“ vom “Wechsel der Zeiten” als der “Hoffnung des Volkes”. Die Geschichte von Grusche und Azdak lässt er im alten Grusinien während des persischen Krieges spielen:

Als der Großfürst entmachtet wird, flieht eine reiche Gouverneursfrau, deren Mann umgebracht wurde, vor den meuternden Fürsten. Nur auf ihre Kleider und Schätze bedacht, vergisst sie ihren Sohn Michel. Um ihn vor den Verfolgern in Sicherheit zu bringen, rettet die Küchenmagd Grusche den Jungen und flieht mit ihm aus der Stadt, in der sie auf die Rückkehr ihres Verlobten Simon aus dem Krieg warten wollte. Auf dem schweren Weg über das Gebirge zu ihrem Bruder nimmt sie Michel an Kindes statt . Sie bewahrt den Jungen mit ihren letzten finanziellen Mitteln vor dem Verhungern und rettet ihn aus den Fängen der Panzerreiter. Nach ihrem lebensgefährlichen Weg über den Janga-Tau-Pass kommt Grusche völlig entkräftet bei ihrem Bruder an, der jedoch aus Angst vor seiner geizigen Frau zu feige ist , die Schwester dauerhaft zu beherbergen. Weil sie dem Kind Legitimität verschaffen muss, heiratet Grusche einen im Sterben liegenden Bauern . Doch als der Krieg zu Ende ist, und die Gefahr, eingezogen zu werden, vorbei, steht er kerngesund vom Totenbette auf . Grusche ist nun nicht mehr frei, als ihr Geliebter aus der Schlacht kommt .

Mit dem Krieg enden auch die Unruhen im Lande früher als erwartet und der Großfürst kehrt zurück, um die alte Ordnung wieder herzustellen. Auch die Gouverneursfrau ist erneut an der Macht und fahndet nach Michel, ohne den sie das Erbe ihres Mannes nicht antreten kann. Als er gefunden ist , klagt sie Grusche des Kindsraubs an.

Doch die kurze Phase des politischen Wechsels schuf Raum für Utopien und ungewohnte Rechtssprechung: der gewitzte, aber ungeschulte Dorfschreiber Azdak  wird zum Richter ernannt. Er fällt gerechte Urteile, indem er die Gesetze bricht. Ihm wird der Fall vorgelegt. Um festzustellen, wer die richtige Mutter ist, nutzt er die berühmte Kreidekreis-Probe. Die beiden Frauen sollen  in einem Zweikampf versuchen, das Kind aus einem Kreis auf ihre Seite zu ziehen. Aus Angst, ihm weh zu tun, lässt Grusche den Jungen los. Azdak sieht in dieser humanen Geste einen Beweis ihrer Mütterlichkeit und spricht ihr das Kind zu. Er scheidet sie von ihrem Ehemann und rät ihr, mit ihrem Geliebten und dem Kind das Land zu verlassen. Auch Azdak selbst wird fliehen: der Ort, an dem Menschlichkeit ungestraft davonkommt, muss bei Brecht erst noch gefunden werden.

Uta Böhme-Girod

Download des gesamten Textes von diesem Abend hier.

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Redakteur: Christian Mendt  - letzte Aktualisierung: 16.05.2017
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