Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

Pressefotos  |  Mitarbeiterlogin  |  Suche  |  Impressum  |  Inhalt  |  Kontakt

Nathan der Weise - Theater im Sakralen Raum

Weitere Vorstellungen: 30. April (19 Uhr), 21. Mai (19.30 Uhr), 5. Juni (15 Uhr) in der Lutherkirche Radebeul; 3. Juni (20Uhr) beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden, Himmelfahrtskirche (Altleuben 13); 25. und 27. September im Gemeindesaal der Neuen Synagoge Dresden (Hasenberg 1); weitere Vorstellungen

in Planung Ausstellung: „Nathans Ende oder Der Schlaf der Vernunft“, bis 8. Mai im Gemeindesaal der Neuen Synagoge Dresden (Hasenberg 1), geöffnet Sonntag bis Do., 12 bis 18 Uhr, außer an jüdischen Feiertagen;

Schau der Arbeitsstelle für Lessingrezeption Kamenz zeigt Wirkungsgeschichte von Lessings Drama „Nathan der Weise“.  

______________________________________________________________

Zum Stück: Drei identische Ringe, unter denen der echte nicht mehr zu ermitteln ist, Gleichnis für die drei großen Weltreligionen Christentum, Judentum, Islam. Welche Orte wären für die Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ besser geeignet als jene, in denen jeweils der Glaube an die Kraft eines der drei Ringe zu Hause ist? Das haben sich Chefdramaturg Karl-Hans Möller und seine Kollegen an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul gefragt – und starten jetzt das Projekt „Theater im sakralen Raum“. Sie wollen den „Nathan“

in Kirchen, in der Synagoge, vielleicht in einer Moschee aufführen. Premiere soll am 29. April sein, in der ev. Lutherkirche in Radebeul. Pfarrer, Christof Heinze, ist seinerseits schon zwei Mal auf der Bühne des Stammhauses an der Meißner Straße aufgetreten – mit „Theaterpredigten“ über „König Ödipus / Antigone“ und Brechts „Kaukasischem Kreidekreis“.

 

Was Chefdramaturg Möller daran überzeugt hat: „Dass es nichts Missionarisches hatte. Dass da ein Pfarrer zum Nachdenken angeregt hat in einer toleranten Diskussion.“ Im Unterschied zu einer Predigt

stand Pfarrer Heinze im Theater vor etlichen Leuten, die nicht religiös sind. In der anschließenden Diskussion habe er viel Neugier gespürt. „Als Kirche sind wir in einer ähnlichen Lage wie die Landesbühnen: Unsere Zukunft liegt darin, auf Menschen außerhalb zuzugehen. Nicht besserwisserisch,

sondern indem wir uns mit dem, was wir mitbringen, anbieten.“ Regisseur Arne Retzlaff jedenfalls hat

es Freude gemacht, „einfach mal einem Pfarrer zuzuhören, der sein Kunsterlebnis beschreibt“. Nun will er mit zehn Schauspielern in die Lutherkirche kommen. Nicht alle von ihnen seien von der Idee begeistert gewesen, erzählt er. „Einige sind sehr offen dafür, andere machen nur mit.“ Zu jeder Aufführung solle ein Gespräch

mit den Zuschauern gehören. In Lessings Stück stecke viel Brisanz, diese aufgeheizte Stimmung zwischen

den Figuren etwa. „Sie sind voller Vorurteile anderen Religionen gegenüber. Dann aber entdecken sie ihre Nähe zueinander.“

 

Die Zuschauer erwarte eine spartanische Inszenierung: Ein leeres Podest im Raum, kaum Requisiten.

„Wir setzen ganz auf das Wort und das Spiel.“ Dazu werden drei Musiker spielen: ein Deutscher, ein ukrainischer Jude und ein muslimischer Perser. Im September sind zwei Vorstellungen

im Gemeindehaus der Neuen Synagoge in Dresden geplant, wie Nora Goldenbogen sagt, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde. „Ein Theaterstück ist eine andere Möglichkeit, sich mit dem Verhältnis zwischen den Religionen auseinanderzusetzen“, fügt sie hinzu. Lessings Drama beschreibe die

noch immer aktuellen Konflikte sehr spannend und komplex. Auch eine Aufführung in einer Moschee

wünscht sich Chefdramaturg Möller. Das verhindern vorerst rein technische Umstände: Die Moschee der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde in Dresden-Löbtau sei zu klein, sagt Ali Yardim, Mitglied der Gemeinde und Vorsitzender der Akademie für interkulturellen Dialog Dresden. Abgeneigt sei der Vorstand der Gemeinde jedenfalls nicht. „Sie fanden das interessant.“ Freilich brauche es noch Gespräche mit den Gemeindemitgliedern.

Tomas Gärtner -freier Journalist - mit seiner Genehmigung und der Genehmigung der DDN hier aufgeführt

 

Matinee: Sonntag, 17. April, 11 Uhr, im Foyer der Landesbühnen (Meißner Str.

152); Regisseur Arne Retzlaff und Ausstatter Stefan Wiel stellen Stück und Inszenierung vor, mit Schauspielern Matthias Henkel (Nathan), Michael Heuser (Sultan Saladin), Sandra Maria Huimann (Sittah) und Franziska Hoffmann (Recha)

 

Premiere: Freitag, 29. April, 19.30 Uhr, Lutherkirche (Meißner Str. / Kirchplatz)

 

Weitere Vorstellungen: 30. April (19 Uhr), 21. Mai (19.30 Uhr), 5. Juni (15 Uhr) in der Lutherkirche Radebeul; 3. Juni (20Uhr) beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden, Himmelfahrtskirche (Altleuben 13); 25. und 27. September im Gemeindesaal der Neuen Synagoge Dresden (Hasenberg 1); weitere Vorstellungen

in Planung Ausstellung: „Nathans Ende oder Der Schlaf der Vernunft“, bis 8. Mai im Gemeindesaal der Neuen Synagoge Dresden (Hasenberg 1), geöffnet Sonntag bis Do., 12 bis 18 Uhr, außer an jüdischen Feiertagen;

Schau der Arbeitsstelle für Lessingrezeption Kamenz zeigt Wirkungsgeschichte von Lessings Drama „Nathan der Weise“.  

Zum Stück: „Nathan der Weise“, dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781), Uraufführung 1783; spielt zur Zeit der Kreuzzüge in Jerusalem; im Zentrum Fangfrage des muslimischen Herrschers Saladin nach „wahrer Religion“, Jude Nathan antwortet darauf mit der Parabel von den drei Ringen, Symbol für

gleichberechtigtes Nebeneinander von Christentum, Judentum und Islam

Bilder aus der Premiere

28.04.2011

Impressionen von der Generalprobe Nathan der Weise mit dem Ensemble der Landesbühnen Sachsen

Heute am Donnerstag, den 28.April von 19.00-21.00 probte das Ensemble der Landesbühnen öffentlich. Die Probe war gut besucht. Die Inszenierung beeindruckend. Sie passt in die Lutherkirche und mit ihrer aufklärerischen Intention vor den verhangenen Altar. Auf der Leinwand weiten Videosequenzen den Horizont aus der Kirche hinaus in die Welt auf die Fragen nach dem Sinn und der Wahrheit des Lebens. Die Sehnsucht des Menschen nach Sicherheit und Geborgenheit im "All des Lebens" lässt auf der Suche nach Wahrheit oft vergessen, dass jenes Pauluswort am Ende des 1. Korintherbriefes "Alle eure Dinge lasst in Liebe geschehen" das Ziel jeder Religion sein muss. Daran wird ihr Wert an Wahrheit gemessen. Das Stück regt mit Lessings schöner Sprache nicht nur an, sondern auch auf, sich aufzumachen aus den engen Grenzen moderner säkularer Religion, die Wahrheit und Heil als Mehrwert jeglichen wirtschaftlichen Gewinnes ansieht. Wir hoffen sehr, dass die Kunst der Landesbühnen nicht Opfer des öffentlichen Sparens werden. Dann würde auf das Haus zutreffen, was in deutschen Landen allenthalben zu spüren ist: Den Banken wird gegeben. Den Armen wird genommen.  

Christian Mendt - Pfarrer

 

Redakteur: Christian Mendt  - letzte Aktualisierung: 13.06.2012
3434780 Besucher